Unternehmensmitteilungen

Marktmanipulation durch Unternehmensmitteilungen: Ad-hoc, Bilanz, Vorstand.

Eine Ad-hoc-Mitteilung, eine Prognose, ein Abschluss: Werden falsche oder irreführende Informationen veröffentlicht und bewegen den Kurs, ist das Marktmanipulation. Wir verteidigen Vorstände, Finanzvorstände und Kommunikationsverantwortliche.

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Symbolbild: Mikrofon vor einer Pressekonferenz
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Was gesagt wird,
bewegt den Kurs.

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Ein Satz in der Ad-hoc-Mitteilung, ein Strafverfahren gegen den Vorstand.

Rumpf & Schmidt-Tüshaus ist eine auf Wirtschafts- und Steuerstrafrecht spezialisierte Kanzlei in Frankfurt am Main, bundesweit tätig. Wir verteidigen Vorstände, Finanzvorstände, Leiter Investor Relations und Kommunikation sowie Aufsichtsräte, wenn Unternehmensmitteilungen Gegenstand von BaFin-Untersuchungen oder Strafverfahren werden.

Die informationsgestützte Marktmanipulation ist die Form, die hinter den großen Verfahren steht. Sie trifft nicht Händler, sondern die Spitze börsennotierter Unternehmen, und sie ist oft mit Bilanzdelikten, Betrug oder Untreue verbunden.

Die Rechtslage

Was erlaubt ist und was nicht.

  • Ad-hoc-Publizität: Insiderinformationen, die den Emittenten unmittelbar betreffen, müssen unverzüglich veröffentlicht werden (Art. 17 MAR). Ein Aufschub ist nur unter engen Voraussetzungen zulässig.
  • Informationsgestützte Manipulation: Wer falsche oder irreführende Informationen verbreitet und weiß oder wissen müsste, dass sie es sind, manipuliert den Markt (Art. 12 Abs. 1 lit. c MAR). Wirken sie auf den Kurs ein, ist das nach § 119 Abs. 1 WpHG mit bis zu fünf Jahren strafbar.
  • Bilanz und Lagebericht: Unrichtige Darstellungen sind nach § 331 HGB strafbar, häufig in Tateinheit mit Marktmanipulation.
  • Prognosen und Gerüchte: Auch beschönigende Ausblicke, das Dementi zutreffender Gerüchte oder selektive Kommunikation können irreführende Signale setzen.
Aus der Praxis

Wie solche Verfahren beginnen.

Auslöser sind meist starke Kursbewegungen nach einer Mitteilung, Short-Seller-Berichte, Hinweise von Abschlussprüfern oder Whistleblowern und Prüfungen der BaFin. Im Wirecard-Komplex hatte die BaFin wegen zweier Börsenpflichtmitteilungen Strafanzeige erstattet; die Staatsanwaltschaft München I ermittelte daraufhin gegen mehrere Vorstände wegen Marktmanipulation. Solche Verfahren ziehen häufig zivilrechtliche Haftungsklagen von Anlegern nach sich.

Verteidigung

Was wusste der Einzelne, als er unterschrieb?

Entscheidend ist oft nicht, ob eine Mitteilung objektiv falsch war, sondern was die handelnde Person zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wusste und wissen musste. Wir rekonstruieren die Entstehung der Mitteilung: Entwürfe, Freigaben, Zulieferungen aus dem Finanzbereich, Einschätzungen von Prüfern und Beratern. Und wir achten darauf, dass die Verteidigung der Organmitglieder unabhängig von den Interessen des Unternehmens geführt wird.

Zur Übersicht: Kapitalmarktstrafrecht Frankfurt · Post von der BaFin: die Anhörung · BGH und EuGH 2026

Ihr Ansprechpartner

Ein Partner. Vom ersten Schreiben der BaFin an.

Alexander Rumpf, Fachanwalt für Strafrecht
Partner · Fachanwalt für Strafrecht · Kapitalmarktstrafrecht

Alexander Rumpf verteidigt seit vielen Jahren Banker, Händler, Market Maker, Broker und Mitarbeiter von Handelsplätzen in Verfahren wegen Marktmanipulation und Insiderhandel. Er begleitet Anhörungen vor der BaFin, auch wenn ausländische Finanzaufsichten beteiligt sind, und verteidigt vor Gericht.

Häufige Fragen

Unternehmensmitteilungen: kurz beantwortet.

Wann wird eine Unternehmensmitteilung zur Marktmanipulation?

Wenn über Medien, Ad-hoc-Mitteilungen, Pressemitteilungen oder andere Kanäle Informationen verbreitet werden, die falsche oder irreführende Signale über das Angebot, die Nachfrage oder den Kurs geben, und der Verbreitende weiß oder wissen müsste, dass sie falsch oder irreführend sind (Art. 12 Abs. 1 lit. c MAR). Strafbar ist das, wenn es tatsächlich auf den Kurs einwirkt (§ 119 Abs. 1 WpHG).

Wer ist verantwortlich?

In erster Linie die Personen, die über den Inhalt entscheiden: Vorstand, Finanzvorstand, häufig auch Leiter Investor Relations oder Kommunikation. Wer an falschen Zahlen mitwirkt, die später veröffentlicht werden, kann als Beteiligter in den Blick geraten.

Welche Rolle spielt die Bilanz?

Falsche Abschlüsse oder Lageberichte sind als unrichtige Darstellung nach § 331 HGB strafbar. Werden sie veröffentlicht und bewegen den Kurs, kommt die Marktmanipulation hinzu. Im Wirecard-Komplex ermittelte die Staatsanwaltschaft München I wegen unrichtiger Darstellung in Tateinheit mit Marktmanipulation, ausgelöst durch zwei Börsenpflichtmitteilungen aus dem Frühjahr 2020.

Ist eine verspätete Ad-hoc-Mitteilung strafbar?

Eine verspätete oder unterlassene Ad-hoc-Mitteilung ist vor allem ein Verstoß gegen Art. 17 MAR, den die BaFin mit Geldbußen ahndet. Strafrechtlich wird es, wenn das Unternehmen in der Zwischenzeit falsche oder irreführende Signale setzt, etwa durch beschönigende Aussagen, oder wenn Insider die Information für Geschäfte nutzen.

Was sollte ein Vorstand tun, wenn die BaFin eine Mitteilung prüft?

Die interne Entstehung der Mitteilung dokumentieren und sichern, eine unabhängige Verteidigung für die handelnden Personen einschalten und die Kommunikation mit der BaFin abstimmen. Die Interessen von Unternehmen und Organmitgliedern laufen in diesen Verfahren nicht immer parallel.

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Die BaFin prüft eine Mitteilung Ihres Unternehmens oder es wird ermittelt? Sprechen Sie mit Alexander Rumpf über eine unabhängige Verteidigung.

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